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: Bühnen :: Überschäumende Glücksgroteske :
Realität und Irrsinn in Neuen tehater: Mit Leon Englers "Die Bennung der Tiere" in der Inszenierung von Ronny Jakubaschk erlebt das Werk eines der hoffnungsvollen jungen Dramatiker am 10. Mai eine Uraufführung, auf die die Welt gewartet hat. Die Reichen, die Schönen und die Nerds des Intellekts geben sich darin ein skurriles Stelldichein

Text: André Schinkel

Ein übergewichtiger Mann liegt im Gleisbett. Er ist auf einem Leberwurstbrot ausgerutscht und kann sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Als ihn eine junge Frau entdeckt und den U-Bahn- Wächter zu Hilfe ruft, beginnen sich Prioritäten zu verschieben. Anstatt die Rettungsaktion einzuleiten, diskutieren die potenziellen Helfer darüber, ob der Gestürzte Mensch oder Tier ist. Nur, wenn er ein heiliger Wal ist und den Menschen zu einem besseren Leben verhelfen kann, scheint Hilfe überhaupt lohnenswert. 

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Und wie so oft bei schwierigen Rettungseinsätzen geht das Ganze nicht ohne besserwisserische Zaungäste vonstatten. Technologievisionär und Firmengründer Elon Musk schaut vorbei, doch er ist zu fortschrittsvernarrt, um sich mit derartigen Kleinigkeiten zu beschäftigen. Auch der König von Swasiland kann nicht helfen, denn er hat sehr eigene Probleme, die Dichte seines Haupthaares betreffend …

Und während die Superreichen, Superschönen und Superintellektuellen lieber untereinander bleiben und am Bahnsteig ihre Flucht auf den Mars planen, erkennen die „einfachen Leute", dass sie für ihr Glück selbst verantwortlich sind und dafür nicht bis zum Mars reisen müssen.

„Die Benennung der Tiere" von Nachwuchsdramatiker Leon Engler wurde sowohl für den Heidelberger Stückemarkt als auch für den Stückemarkt des Berliner Theatertreffens ausgewählt. Die Jury nannte das Stück „eine überschäumende Glücksgroteske". Aber nie verliert diese die Gegenwart aus dem Blick, sondern erzählt von Sehnsucht, Missverständnis, Gier, Langeweile, der Suche nach dem Neuanfang.

In den Kulissen von Anna Sörensen und zur Musik von Jörg Kunze agieren Bettina Schneider als Helena, Nils Thorben Bartling als Alexander, der wundervolle Till Schmidt als Oskar, Nils Andre Brünnig als Elon Musk, Alexander Pensel als afrikanischer König, Nora Schulte als Chiara und Grand Dame Elke Richter als – festhalten! – Elfriede Jelinek.

Leon Engler: Die Benennung der Tiere, Premiere am Neuen Theater am 10.5., 20 Uhr, weitere Aufführungen am 11.5. und am 24.5., jeweils um 20 Uhr, www.buehnen-halle.de 


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