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: Kultur :: Gut gesichtet :
Mit klassischen Urlaubsfotos nichts gemein: Noch bis zum 18. Januar zeigt der hallesche Fotograf Falk Wenzel seine Werke im Neuen Theater

Text: Annett Krake; Bild: Falk Wenzel

Falk Wenzel versprüht die Faszination fremder Kulturen und Landschaften, fängt seine neugierigen Blicke mit der Kamera ein, lässt uns teilhaben am Feeling des Augenblicks. Zwischen Schauspiel und Rotweingeplänkel in der Pause – auf den Fluren des neuen Theaters sind seine Fotografien zu sehen, die mit dem klassischen Urlaubsfoto nichts gemein haben. Falk Wenzel studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig künstlerische Fotografie, er versteht sein Handwerk. 

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Seine Art, das Fremde zu erkunden, ist thematisch gebunden und folgt einem, dem Sujet entsprechenden Konzept. Bei einer Reise nach Kuba hat sich ihm das Konterfei von Che Guevara aufgedrängt, überall war sein Antlitz zu sehen. Nun ziert Che die Wand des NT und zwar so, als hätten die Bilder ihren Platz gefunden, als würden sie sich mit der Architektur und dem Geist des Hauses verbinden.

In sechs verschiedenen Variationen zeigt Wenzel uns den populären Kämpfer, gesprüht an eine Häuserwand oder als Mosaik gebildet. Che gegenüber eine Welle am Malecon in Havanna, das herrliche Schauspiel der tropfenden Teilchen verebbt vor einem Abflussdeckel. Wenzel schafft Vergleichbarkeit, Che und die große Welle.

Im zweiten Foyer dann wird’s etwas weniger symbolisch als vielmehr fotografisch konkret. Die Fotoserie „Vida" – das kubanische Leben pur. Die Fußballspieler auf der öden Straße, dahinsiechende Architektur, morbider Charme vergangener Schönheit. Auf den folgenden Fotos träger Alltag, Waren des täglichen Bedarfs, Begegnungen am Straßenrand – dies alles zeigt Wenzel auf unspektakulär ergreifende Weise.

Dann reist Wenzel weiter nach Neuseeland und Indien. In Indien gerät Wenzel in einen Fotorausch, hält das Objektiv auf die überbordenden Straßen und fängt ein, was bei einer Rikschafahrt im fotografischen Gedächtnis zu speichern ist. Ein Fototeppich an Begebenheiten, an Emotionen, an Alltagsschönheit und Alltagslust entsteht.

Was da gerade im Neuen Theater zu sehen ist, sind gut gesichtete Ausschnitte aus fremden Kulturen, in die Landschaft abschweifend, dann wieder mitten ins Mark einer Stadt treffend. Wenzels Bilder machen auf eine erfrischende Weise nachdenklich, sie wecken Reiselust und Reisesehnsucht.

Falk-Wenzel-Fotoschau, Finissage mit Aktion und Musik, 18. Januar 2019, 19 Uhr, Foyer Neues Theater



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