Schülerferienticket 0719 HA
Highfield
Kunststiftung SA
Kunststiftung Bauhaus 0219
Ticketgalerie
caroxee
Navigation
Kopfzeile
www.aiyoota.com eCommerce Online-Shop ShopSoftware CMS Content-Management-System WDPX-Frank Wollweber, 38855 Wernigerode, Germany
share Twitter share Facebook share email

: Kultur :: Die russischen Jahre :
„Lebende Reparation" nannte man das, wenn man nach 1945 aus dem besiegten, moralisch am Boden liegenden Deutschland Ingenieure in den Osten holte, um ihr Know-how für die eigene Wirtschaft zu nutzen. Die Kinder dieser Spezialisten sind heute zwischen 70 und 90 Jahren alt. Simone Trieder setzt ihnen und ihren Eltern mit ihrem Buch ein Denkmal

Text: André Schinkel

Die gebürtige Quedlinburgerin, die seit langem in Halle lebt, hier Stadtschreiberin war und im Hasenverlag für die Herausgabe und Redaktion der Mitteldeutschen Hefte zuständig ist, schöpft dabei aus einer überaus persönlichen Quelle. Das Phänomen betrifft sie unmittelbar: ihre Mutter war so ein ‚Russlandkind‘, das mit der Familie in die Sowjetunion geholt wurde. Lange lag dieser brisante Stoff in der Stille verborgen.

Abstand
 „Ich wusste, dass meine Mutter 1946 bis 1951 in der Sowjetunion war, aber nicht viel mehr. Diese kleine Matrjoschka, die auf dem Titelbild ist, stand auf ihrem Schreibtisch, das war sozusagen mein Aufhänger", so Trieder. „Meine Mutter gab mir in den 1990er Jahren das russische Tagebuch, das ich las, aber es dauerte eine Weile, bis ich wirklich ‚ran‘ konnte. Als ich endlich mit einem Aufnahmegerät nach Köln fuhr, wo sie seit 1988 lebte, war sie schon zu dement, um meine Fragen zu beantworten. Deshalb suchte ich dann noch andere ‚Russlandkinder‘ auf, um mir ihre Erlebnisse erzählen zu lassen."

Diese etwa 20 Stimmen sind in die Erzählung über Simone Trieders Mutter mit eingeflossen. Grundlage für Details der Erzählung ist das Tagebuch der Mutter, das in der Bearbeitung der Tochter zu einer Art dokumentarischem Roman wird. Dass in der DDR nicht über diese Zeit gesprochen wurde, hatte viele Gründe. Zum einem standen die Spezialisten unter Geheimhaltung, die sie einschüchterte, vor allem, nachdem ein Spezialist von den Russen, nachdem er nach der Rückkehr dem britischen Geheimdienst darüber berichtet hatte, abgeholt und in Moskau ermordet wurde.

Das Leben der Spezialisten und ihrer Familien ist dabei nicht mit dem von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen zu vergleichen, es prägte aber die Biografien tief. Über ihre Mutter sagt Simone Trieder: „Es ist für mich die Erkenntnis, dass meine Mutter ihre Jugend dort gelassen hat. Sie lebte in einer kleinen Siedlung, in Orechowo – und das langweilte sie oft. Dennoch haben die Jüngeren auch viele gute Erinnerungen."

Ein beeindruckendes Buch, über Brüche und den Umgang damit. Am 20. November liest die Autorin im Stadtmuseum aus dem Buch, es moderiert Susanne Feldmann.

Simone Trieder: Unsere russischen Jahre, Lesung und Gespräch im Stadtmuseum Halle, 20.11., 18 Uhr. Das Buch erschien im mdv und ist für 16 Euro im Handel erhältlich. 

Abstand
Abstand
Published by 17 Published by     Filed in 81 Filed in Kultur
Abstand
blog comments powered by Disqus

Das aktuelle Heft

pic
E-PAPER
Bitte aufs Cover klicken!
Abstand

Mediadaten

pic


Printmediadaten finden 

Sie hier 

Abstand

Reise 2017

Abstand

Aktuelles Wetter in Halle

Abstand

Location-Suche

Suche Deine Location aus einer Vielzahl an Möglichkeiten:


Abstand